Einzelzeitfahren

 
  Unterwegs beim letzten Zeitfahrtest vor der DM: Joschka Beck (li.) und Moritz Schütz beim Einzelzeitfahren im Westerwald.

Fotos: Dietel

Beck und  Schütz gewinnen Generalprobe
ALMERSBACH, 16.06.12 - Elitefahrer Moritz Schütz aus der Rennsport-Sparte der Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden und U23-Fahrer Joschka Beck von der RV Germania Rockenberg haben beim „9. Einzelzeitfahren der Westerwälder Radsportfreunde Altenkirchen“ Altersklassensiege eingefahren.

Beck platzierte sich mit 29:18 Minuten auf der 21,1 Kilometer langen Strecke elf Sekunden vor Jonas Weih (29:29 Minuten, Matrix-Racing-Team) und dem drittplatzierten Lukas Holtkamp (32:49, Ski-und Freizeitclub Betzdorf).

Schütz fährt Tagesbestzeit
Die Tagesbestzeit ging mit 28:37 Minuten an den Kleinlindener Moritz Schütz vor Michael Bonnekessel (29:03, DJK RS Grafschaft) und Christian Bundschuh (30:10, TV Miltenberg). Kleinlindens Alister Clay absolvierte, da nachträglich zum Rennen gemeldet, einen Trainingswettkampf außer Konkurrenz, der ihn auf Platz zwei der Elitefahrer gebracht hätte. Im Rennen der Senioren III und IV kam Martin Jung von der RSG Gießen und Wieseck mit 32:27 Minuten auf Rang fünf.

Rennen zu Testzwecken
Für Moritz Schütz hatte sein Tagessieg jedoch keine allzu große Aussagekraft – das Rennen hatte in vielerlei Hinsicht Testcharakter für den amtierenden Hessenmeister im Einzelzeitfahren. Dabei war es dem Kleinlinden wichtig, zu betonen, dass es sich nicht um einen Test für die Anfang August stattfindende Hessenmeisterschaft handelte. Schütz startet am Freitag (22.06.12) in Zwenkau bei der Deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren und hatte sich vor kurzem ein neues Zeitfahrrad zugelegt. „Das Rad ist später fertig geworden als geplant und ich bin noch nicht richtig vertraut damit“, erklärte Schütz nach der 21,1 km langen Generalprobe im Westerwald. Vor allem die doppelt so lange Distanz der DM, die bei 43 Kilometer für die Elitefahrer liegt, könne ein Problem werden. Muskuläre Verspannungen hätte er bereits im letzten Drittel der 21,1 km seines Testrennens gespürt, was sich bei der DM noch deutlicher als Problem bemerkbar machen könnte. Auch die Tatsache, dass er erst zwei Wettbewerbe auf dem neuen Rad bestreiten konnte, sei nicht ideal, doch er werde die verbleibende Zeit bis zur Deutschen Meisterschaft nutzen, um noch kleine Korrekturen am Material vorzunehmen.

Akribische Optimierung
Nur behutsam können Zeitfahrspezialisten sich auf ein neues Rad und die damit veränderte Geometrie einstellen. So praktiziert Schütz seit rund zwei Jahren einen besonderen Trainingsplan, der ihn durch Dehnübungen die besondere Sitzposition besser einnehmen lässt. Seine Gegner aus den Profimannschaften haben jedoch meist im Wochenrhythmus die Möglichkeit, lange Einzelzeitfahren zu absolvieren und dabei sich selbst und ihr Material akribisch auf diese Paradedisziplin einzustellen. Längerfristig könne er auch im Bereich seines Radmaterials noch einiges Potential ausbauen, sagte Schütz bei seiner Analyse nach der Generalprobe im Westerwald. Die Topten bei der DM als Ziel zu sehen sei aktuell aber völlig unrealistisch, so Schütz.

Beck gut vorbereitet
Der Rockenberger Joschka Beck geht im Rennen der U23-Fahrer auf eine 33,12 Kilometer Renndistanz und rechnet im Feld der über Einhundert Bundesligafahrer mit einem Ergebnis um Platz 40. Bei seinem Formtest im Westerwälder Zeitfahren über 21,1 Kilometer stellte Beck bereits eine weiter ansteigende Verfassung fest, die sich auch im Tagesergebnis der DM-Generalprobe bemerkbar machte: Beim Einzelzeitfahren der Rad-Bundesliga in Cottbus und beim Zeitfahren der „Tour de Berlin“ hatte sich Beck hinter Jonas Weih vom Matrix-Racing-Team platziert, den er beim Zeitfahren im Westerwald jetzt erstmals schlug. Als Hessenmeister der Junioren im vergangenen Jahr ist Beck ebenfalls ein ausgewiesener Spezialist im Kampf gegen die Uhr und zur DM top motiviert. (sd)

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